5 häufige Gründe, warum gute Vorsätze scheitern und was Du dagegen tun kannst

schnecke

Es war noch nicht mal Silvester und über die Social Media schwebten mir Bilder und Posts mit guten Vorsätzen entgegen. Als erstes: ich wünsche wirklich jedem, der gute Vorsätze fasst auch gutes Gelingen.

Meist geht es dabei um gesundes Essen, Abnehmen, nicht mehr rauchen, mehr Sport und dergleichen.

Nun ist es allerdings auch kein Geheimnis, dass gute Vorsätze das Talent haben zu scheitern.

Nur warum ist das so? Schließlich geht es doch um durchaus ehrenwerte Vorhaben.

Falls Du nun wissen möchtest, woran es liegen kann und wie Du es anders machen kannst, dann

bist Du herzlich eingeladen weiterzulesen.

 

1.Unklare Ansagen

Der Vorsatz ist zu ungenau und daher nicht verbindlich genug formuliert.

„Ich möchte abspecken“ oder „Ich esse nur noch gesund“ sind viel zu allgemein und verwirren unser Inneres.

Es fehlt ein konkreter Plan, der den roten Faden vorgibt. Hier haben wir eine fixe Idee ohne Verbindlichkeit.

Um aus einem Vorsatz einen griffigen Plan und damit ein wirkliches Ziel zu erstellen, ist es sehr hilfreich, sich selbst zu interviewen:

  • wie bzw. womit will ich es schaffen?
  • Bis wann oder in welchem Zeitraum?
  • Was genau will ich erreichen?
  • Am besten schreibt man sich seine konkreten Fragen und Antworten dazu auf, um sie zu verinnerlichen und verbindlich zu machen.

2. Zu unsexy

Es wäre ja schon schön, nicht mehr zu rauchen oder endlich die Sportschuhe aus dem Schrank zu kramen, so viele vernünftige Argumente sprechen schließlich dafür, doch der Vorsatz elektrisiert einen nicht so richtig.

Damit ein Vorsatz reizvoll genug ist, um dran zu bleiben, ist es wichtig, auch die Gefühle mit ins Boot zu holen.

  • Kann ich mir schon jetzt – wenn auch nur ansatzweise – vorstellen, wie gut es sich z.B. anfühlen wird, mich nicht mehr von den Glimmstängeln takten lassen zu müssen oder wie angenehm es sich anfühlen kann, sich durch die Bewegung durchgewärmt zu fühlen?

Du kannst Dir das vorstellen? Spitze!

  • Um dies zu behalten, notiere es Dir auf einen größeren Zettel und klebe Dir diesen z.B. an die Schranktür oder einen anderen für Dich gut einsehbaren Ort.
  • Nimm Dir mehrmals pro Woche ein paar Minuten, um diese angenehme Vorstellung zu imaginieren.
  • Mache es Dir gemütlich, lies den Zettel, dann schließe die Augen und lass Deine Vorstellungskraft wandern.
  • Falls  dabei noch mehr gute Gefühle aufsteigen, die Deinem Ziel zuträglich sind, notiere Sie auf dem Blatt (deswegen mein Vorschlag, einen größeren Zettel zu nehmen ;-))

Du kannst Dir das jedoch nicht vorstellen, dann könnte folgender Abschnitt eine Erklärung liefern:

3. Nicht meins

Ich habe schon mitbekommen, dass Menschen Vorsätze fassen, weil es eben zum Jahreswechsel dazu gehört und es angeblich jeder täte.

Oder weil nahestehende Personen sagen, man solle sich doch endlich mehr bewegen, abends keinen Alkohol mehr trinken oder mehr Gemüse essen und weniger Fleisch.

Sofern ein echter eigener Wunsch fehlt, etwas zu verändern, ist ein Vorhaben meist zum Scheitern verurteilt.

Nahestehende Personen meinen es zwar meist gut und sind besorgt und möchten einfach ein wenig anschubsen.

Sie haben gute Argumente. Doch jeder Mensch hat sein eigenes Tempo, um sich zu entwickeln und entdecken.

Aus Gutmütigkeit oder um des lieben Friedens Willen einen Vorsatz durchzuziehen, erzeugt in solchen Fällen Stress und manchmal auch negative Gedanken wie „Ich bin für meinen Partner nicht attraktiv genug“ und man fühlt sich ungeliebt oder nicht akzeptiert.

Wenn in meiner Praxis besorgte Menschen anrufen, die für einen Angehörigen einen Termin z.B. zur Raucherentwöhnung per Hypnose oder für eine Therapiesitzung wünschen, bedanke ich mich für ihre Sorge um einen anderen Menschen, bitte allerdings darum, dass der Betroffene sich selbst mit mir in Verbindung setzt.

Ich verstehe den Wunsch der ursprünglichen Anrufer, die darauf vertrauen, dass mit der richtigen Anwendung wieder alles gut werde, denn sie leiden selbst unter ihrer Machtlosigkeit.

  • Falls Du von anderen immer wieder hörst, dass Du etwas verändern solltest, dann ist meine persönliche Erfahrung, in einer entspannten Atmosphäre, z.B. in einem netten Restaurant mit der Person offen darüber zu sprechen, aus welchen Gründen ihr oder ihm dieses wichtig ist und auch darzulegen, warum Du selbst noch nicht bereit zu diesem Schritt bist.
  • Schön ist es, wenn Ihr beide so weit kommt, dass ihr euer beidseitiges Leid, das dahinter steht, wohlwollend akzeptiert. Du leidest vielleicht, weil Du Dich nicht angenommen fühlst und die andere Person vielleicht, weil Sie bezüglich eines gesundheitlichen oder persönlichen Nachteils für Dich ein Horrorszenario im Kopf mit sich trägt.
  • Gute Gespräche können zudem zu interessanten Lösungsmöglichkeiten für beide Seiten führen. :-)

IMMER!

 

4. Schlechte Kopie

Die Erfolge anderer wecken Begehrlichkeiten. Die Nachbarin hat 20 Kilo abgenommen, der früher so bequeme Kollege läuft schon den Halbmarathon und der kleine Bruder hat Dank Rhetorikseminaren einen gewaltigen Sprung auf der Karriereleiter gemacht.

Nun muss ich ein wenig ausholen.

Die Erfolge sind klar zu sehen und die die, es geschafft haben, sind von ihrer jeweiligen Methode sehr begeistert.  „Das will ich auch!“, denkt dann so mancher und besorgt sich die Telefonnummern von Ernährungskurs, Lauftreff oder der Volkshochschule. Die Anmeldung ist schnell erledigt , doch schon nach ein paar Stunden ist das Thema gegessen.

Entweder geht man nicht mehr zu den Treffen oder setzt das Nötige nicht mehr um.  Am Ende steht eventuell Frust gepaart mit Selbstvorwürfen, undiszipliniert oder irgendwie blöd zu sein.

Die Euphorie derjenigen, die es geschafft haben, scheint die beste Garantie zu sein, dass es auch bei einem selbst gelingt. Doch bis es so weit war, haben die meisten selbst schon einiges versucht und sind zuvor gescheitert. Besagte Euphorie erscheint wie der Streif am Horizont der eigenen Angst vor dem Scheitern.

Wie eine Miniaturausgabe des sagenumwobenen Steins der Weisen.

Weisheit fällt leider nicht vom Himmel, sondern ist das Ergebnis von vorangegangenen Versuchen und wenn man es so will: die Essenz nach verschiedenen Fehlschlägen. Oder auch: Versuch macht kluch :-) .

Natürlich kann es sein, dass besagte Kurse auch die Lösung für einen selbst sind. Damit sie das eventuell auch sein können, bleibe bei Dir.

Der Erfolg anderer ist schön und es ist eine wunderbare Eigenschaft, dass Du sie den anderen gönnst. Mag sein, dass der Kollege die 10 km unter einer Stunde bereits nach 2 Monaten lief oder die 20 Kilo der Nachbarin in einem Jahr weg waren.

Du hast Deine eigenen körperlichen Voraussetzungen und Deinen persönlichen Stoffwechsel. Je mehr Du sie und Dein daraus resultierendes eigenes Tempo akzeptierst, um so entspannter kannst Du Dein Ziel erkennen und auch finden.

Indem Menschen sich mit anderen vergleichen, reduzieren sie sich selbst.

Sie reduzieren sich auf den Grad der Sportlichkeit, der Schlankheit oder des Erfolgs. Man nennt das auch Tunnelblick . Sämtliche anderen positiven Eigenschaften scheinen unsichtbar zu sein und es besteht die Gefahr von Schwarz-Weiß-Denken. Bin ich Top oder Flopp?

Und falls noch Perfektionismusgedanken hinzukommen, wird gleich beim nächstbesten Hindernis das Vorhaben komplett verworfen.

Bevor Du etwas angehen, möchtest, was anderen bereits geholfen hat, ist es aus meiner Sicht sinnvoll, den Hintergrund zu checken.

Bin ich bereit, mehrmals die Woche zu trainieren oder mich intensiv mit Ernährung auseinander zu setzen oder abends müde nach getaner Arbeit 2 Stunden die Volkshochschulbank zu drücken?

Kann ich mir vorstellen, abends kein Brot mehr zu essen oder in einer Gruppe zu laufen ? Wie komme ich mit Muskelkater klar? Fühle ich mich in einer Gruppe wohl? Möchte ich eine individuelle Betreuung oder bin ich gerne autark? Will ich einem Programm oder Trainingsprogramm folgen oder mir nach Baukastenart etwas selbst zusammenstellen? Überwiegt für mich der persönliche Gewinn – rein für mich – oder erhoffe ich mir durch meine Erfolge etwas ganz Anderes, wie Anerkennung oder Respekt? Gibt es für mich auch andere Wege und Möglichkeiten?

Damit Dich der Erfolg anderer inspiriert, Du aber nicht in zu großen Fusstapfen treten musst, hier die Zusammenfassung dieses Punktes:

  • Freue Dich weiterhin am Erfolg der anderen mit
  • Checke den Hintergrund durch zielführende ehrliche Fragen und Antworten
  • Behalte im Hinterkopf, dass der Versuch Dir bereits schon viele Antworten liefern kann: wenn es klappt, dann ist der Weg der passende. Klappt es nicht, ist es ein wichtiger Erfahrungswert. Es sagt nämlich nichts über Dich aus, sondern, dass die Methode nicht passend genug ist. Du kannst nun herausfinden, wie Du sie passender machen kannst.
  • Akzeptiere, dass Du Deine eigenen persönlichen, körperlichen, biographischen und mentalen Voraussetzungen hast. Sie sind wie sie sind, niemand muss sie bewerten.

5. Kampfmodus mit mir selbst

Wir kennen dergleichen aus Hollywoodfilmen: der Held kämpft mit übermenschlichen Kräften, um die Menschheit vor den Aliens zu retten. Die Botschaft ist: Du musst Dich nur überwinden, dann klappt alles.

Sich zu überwinden ist jedoch eine völlig andere Sache, als aus der sogenannten Komfortzone auszutreten.

Bei uns Menschen bedeutet dies meist, dass ein komplett radikaler neuer Weg eingeschlagen wird. Dahinter steht die Überzeugung, dass es letztendlich doch nur so klappen könne, seine persönlichen Ziele zu erreichen.

Von jetzt auf morgen wird täglich viel Sport getrieben, absolut fettfrei, zuckerfrei und kohlenhydratfrei gegessen und Rhetorikphrasen werden in jeder freien Minute gelernt. Und Du ahnst es schon, nach einer gewissen Zeit kehrt sich dieser extreme Eifer wieder total um. Kein Aufraffen mehr möglich, der Elan fehlt.

Ich behaupte, dass unser Körper viel schlauer ist als wir selbst. Er hat seine eigene Geschwindigkeit und wenn er seine Existenz bedroht sieht, sabotiert er unsere Pläne. Er meint es nämlich gut mit uns. Er sorgt für das richtige Tempo.

Der Körper gibt uns immer wieder Signale, doch mal wieder piano zu machen. Eifer und o.g. Tunnelblick machen uns auf diesem Ohr teilweise taub .

Wir ignorieren den Muskelkater und trainieren täglich kräftig weiter, wir haben ein Plateau auf der Waage und essen noch weniger, wir können uns kaum noch konzentrieren und legen noch mehr Lernrunden ein. Und schließlich zieht unser Organismus die Notbremse: er schickt Heißhungeranfälle, Müdigkeit, oder Phlegma.

Und wenn er das tut, bedeutet es, dass er organisch und /oder psychisch höchst gestresst ist.

In meiner Praxis erfahre ich immer wieder, dass Menschen z.B. viele Kilos schnell verloren hatten, diese wieder zurückbekamen (plus ein paar Sicherheits-Jojo-Pfunde) oder sie einen extremen Sportaufraff  über mehrere Monate hatten und nun plötzlich kaum noch Lust auf einen Spaziergang haben oder ihr Lernvermögen richtig blockiert ist.

Diese Menschen haben eine lange Zeit schwer gegen sich gekämpft und erhalten dafür nun eine unschöne Rechnung.

Um nicht in diesen Kampfmodus zu geraten , wenn man versucht, die eigene Komfortzone zu verlassen, ist es hilfreich, in kleinen passenden Schritten loszulegen und sich selbst immer mehr an das Neue zu gewöhnen.

Der menschliche Körper ist zwar für eine gewisse Askese durchaus geeignet, doch ab und zu mal wieder 5 gerade sein zu lassen, erfreut nicht nur ihn, sondern auch den menschlichen Geist.

  • Gib Dir Zeit, taste Dich an die Sache heran
  • und gönne Dir zwischendrin etwas Angenehmes.

Du hast es verdient. Bedingungslos.

 

Willst Du wieder aktiv die Regie in Deinem Leben führen?

Und das zu jeder Zeit und nicht nur zu Jahresbeginn? :-)

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Daily Schedule

 

Herzliche Grüße von

Claudia

 

 

 

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