Warum nehme ich nicht ab?

Teil 2:

3 seelische Komponenten

Mit Tools und Motivation!


In Teil 1 ging es um 3 weniger bekannte körperliche Ursachen. Es gibt zudem Gründe, die nicht von außen kommen müssen, sondern sozusagen durch die Hintertür, ganz unbewusst.

Ich stelle 3 davon vor. (Natürlich gibt es noch mehr…)

Warum nehme ich nicht ab - Teil 2!
In Teil 1 ging es um 3 weniger bekannte körperliche Ursachen. Es gibt zudem Gründe, die nicht von außen kommen müssen, sondern sozusagen durch die Hintertür, ganz unbewusst. 
Ich stelle 3 davon vor.

1. Das innere Bild ging verloren – ohne Vision keine Abnahme

Es kann passieren, wenn das Übergewicht sich bereits einige Jahre oder Jahrzehnte hält, sich der Mensch nicht mehr daran erinnern kann, wie es ist schlank zu sein und auch keine Vorstellung mehr entwickeln kann, wie es es wohl sein könnte, wieder schlanker zu sein.

Das fehlende innere Bild kann das gesamte Vorhaben stetig sabotieren und wirkt wie ein Glaubenssatz, der wie ein Kaugummi an der Schuhsohle klebt.

„Ich werde immer dick bleiben.“

 

Um an und in uns etwas zu verändern, brauchen wir Menschen Ziele, die wir auch verstehen. Unsere Vernunft unterstützt uns dabei.

Nun haben wir allerdings noch einen wesentlichen Anteil, der andere Argumente benötigt als rein vernünftige.

Unser Innenleben will nicht nur das Knäckebrot, es will die ganze Torte.

Klar, schlank ist eventuell gesund, aber es braucht auch was, das Spaß macht und Freude bringt,

wie zum Beispiel eine schöne Vorstellung von einem schlankeren Körper.

Und wenn sich das Bild nicht herstellen lässt, kommen Zweifel und Stress auf.

Ohne klare Ziele verändert sich Dein Gewicht nicht nachhaltig.
Im Zweifel ist dann der Zweifel stärker.

Ein unbewusstes Selbstsabotageprogramm läuft an und das Gewicht schwindet nicht.

 

Eine schöne Methode zur Schöpfung der Zielvorstellung könnte sein, kreativ zu werden, indem ein Visionboard erstellt wird.

Das Visionboard kann ein großes Blatt Papier sein, eine Pinwand oder ein Pappendeckel.

Was ist ein Visionboard?
Das Visionboard kann ein großes Blatt Papier sein, eine Pinwand oder ein Pappendeckel.

Du kannst es bemalen, bekleben, beschriften und anordnen, wie Du willst.

Du kannst Bilder aus Zeitungen benutzen, die das Ziel aus Deiner Sicht unterstützen.

Es dürfen Postkarten , Sprüche, Einzelwörterund Fotos verwendet werden. Es darf wie eine freie Collage sein oder geordnet wie ein Bullett-Journal.

Du brauchst Dich auch nicht verkünsteln.

Wichtig ist nur, dass es Dir hilft, Dich Deiner Zielvorstellung wieder anzunähern.



So könnte ein Visionboard auch aussehen. Da will wohl jemand mehr Zeit in der Natur verbringen. Man sieht: die Anwendungsmöglichkeiten sind schier endlos. Foto: pixabay.com
 Wichtig ist auch, sich das Werk täglich bewusst und ohne Ablenkung zu betrachten. 




Die Kraft der Bilder nutzen

Warum dies klappt, möchte ich an einem Beispiel 
verdeutlichen.      

In einer Zeitschrift las ich vor einigen Jahren,
dass erwachsene Kinder über ihren Vater erzählt hatten,
er hätte ihnen regelmäßig vorgelesen. 

Es wurde nämlich nach Ursachen für Lesefreude geforscht. 
Die Mutter der Familie (der es übrigens sehr wichtig war,
die Nachkommen ans freiwillige Lesen heranzuführen)
berichtete, sie hätte bei sich daheim lediglich deutlich
sichtbar ein Foto platziert, das ihren Mann beim Lesen
zeigte.  

Die Idee dazu hatte sie von jemand anderem übernommen. 
So entstand in den Köpfen der Kinder die Verknüpfung:
Vater = lesen.


 Ein interessantes Beispiel für die Macht der Bilder.

Tatsächlich war es so, dass der Mann seinen Kindern niemals oder kaum vorgelesen hatte.

Also nutze die Macht der von Dir geschaffenen Bilder, um Dich auch innerlich von diesen tragen zu lassen.

Einen Versuch ist´s wert.

Falls Du obigen Glaubenssatz hast : „Ich werde immer dick bleiben.“ oder Dich selbst mit folgender Behauptung determinierst: „Ich bin dick!“, dann versuche mal ein Tauschgeschäft.

Hier ist die kurze Anleitung dazu:

Realistischer Denken
  1. Fühle hinein in Deine Überzeugungen. Wie geht es Dir, wenn Du den Satz annimmst? Was macht er mit Dir? Was für Gefühle und Bilder steigen auf?
  2. Tausche Deinen bisherigen Satz gegen „Momentan/zur Zeit habe ich Übergewicht.“ . Lass Dir diesen Satz wieder auf der Zunge zergehen. Wie geht es Dir, wenn Du den Satz annimmst? Was macht er mit Dir? Was für Gefühle und Bilder steigen auf?
  3. Höchstwahrscheinlich fühlt sich der neue Satz positiver an. Halte die Botschaften der Zuversicht schriftlich fest. Notiere sie und hinterlege sie an einem Ort, der Dir leicht zugänglich ist und hole ihn Dir vors Auge, wann immer die alten Überzeugungen die Stimmung verhageln würden.
 Dranbleiben ist die Devise! 

Du hast es bestimmt schon gemerkt: ich hab´s mit dem Schreiben 😉

 

2. Der Kampf mit dem Körper kostet Dich die erfolgreiche Abnahme

Täglich genervt von den Pfunden, immer auf der Suche nach niederkalorischen Rezepten.

Du folgst in den sozialen Medien Transformationsgeschichten von einst dicken Menschen zu heute modelhaften.

Du kochst vielleicht sogar clean . Du stellst Dich täglich auf die Waage.

Es klappt bei anderen doch auch, also muss es auch bei Dir klappen. Du musst nur genügend Disziplin haben.

Du ärgerst Dich über Dein Gewicht, Deine Kleidergröße und Deinen Körperbau.

Übergewicht ist Dein Feind, den es um jeden Preis niederzustrecken gilt und das am besten richtig schnell.

Übergewicht ist Dein Feind, den es um jeden Preis niederzustrecken gilt und das am besten richtig schnell. 
Ein klassischer Fall von „Kampfmodus“. Du bist mit Dir und Deinem Sein im Widerstreit.
Kampf mit dem Körper. Foto: pixabay.com

Ein klassischer Fall von „Kampfmodus“. Du bist mit Dir und Deinem Sein im Widerstreit.

Und das macht Stress. Stress, der nicht abgebaut werden kann, weil Du Dich mit ihm im Kreis drehst.

Stress wirkt sich nicht nur ungünstig auf das Empfinden von Hunger und Sättigung aus, er verlangsamt zudem durch die Ausschüttung von Stresshormonen den Stoffwechsel.

Du bist sauer auf Deinen Körper und sauer auf Dich. Du bist auf Deine „Makel und Mängel“ fokussiert.

Der Fokus liegt auf dem, was scheinbar nicht da ist. Das strapaziert auf Dauer Dein Selbstbewusstsein.

Mit dem Körper zu kämpfen oder zu hadern hemmt dem Gewichtsverlust.
Denk dran !

Dankbarkeit und Akzeptanz sind mögliche Schlüssel, um den Stresspegel bei dieser Angelegenheit zu senken.

Sauer auf Deinen Körper zu sein, hat bisher ja nichts verändert.

Dreh den Spieß um und nimm Dir Zeit für einen neuen Blick auf Dich.

Mir ist natürlich klar, dass Du den Schalter nicht einfach umlegen kannst und ZACK! total in Deinen Körper verliebt bist.

Aber Du kannst Dich Schritt für Schritt wieder vertraut machen.


Dankesbrief
Eine gute Gelegenheit, um sich positiv auf den eigenen Körper zu fokussieren, ist, sich ein Blatt Papier zu nehmen und einen Dankesbrief aufzusetzen.

Schreibe– am besten per Hand – auf, wofür Du Deinem Körper dankbarbist.

Das können „kleine“ Dinge sein wie z.B. die Atmung oder die Verdauung oder Leistungen wie z.B., den ganzen Tag stehen zu können, geboren und gestillt zu haben, schwimmen zu können.

Schreibe auch auf, was genau Du an Deinem Körper magst. Z.B. Deine Augen, Deine Sommersprossen, Deine Oberweite oder Deine Füße.

Lies den Brief immer wieder.

Vielleicht kommt Dir so ein Handeln albern vor. Aber so ganz unter uns: ist doch nur ganz privat für Dich, geht doch nur Dich was an ;-).


Damit Du noch mehr Freude daran hast, habe ich hier als pdf ein Briefpapier für Dich:


Brief an meinen Körper


3. Angst als Motivator – der schlechteste Berater auf dem Weg zum Wohlfühlgewicht

 Angenommen, Du würdest auf eine Fluss-Entdeckungstour gehen.

Würdest Du Dir dazu freiwillig einen einen Sklaventreiber engagieren, der Dich ans Ruder kettet und Dich mit Peitschenhieben und harten Worten antreibt?

Eher nicht.

Indem Du Dich von der Angst antreiben lässt, um endlich abzunehmen, wäre es so.

Du treibst den Teufel mit dem Belzebub aus.

Angst erzeugt Stress und Stress wirkt sich negativ auf Körper und Geist aus. Z.B. kann der Stoffwechsel lahmer werden oder es kommt durch das Dauerrödeln des Gehirns zu Heißhungerattacken.

 Ich weiß, ich wiederhole mich.

Ich habe 3 Fallbeispiele zur Verdeutlichung:

Eine Frau mittleren Alters hatte Angst, wegen ihres Übergewichts das gleiche gesundheitliche Schicksal zu erleiden wie ihre Mutter und tragisch zu versterben.

Die Angst vor Krankheit und Tod lähmte diese Frau jedoch und sie kam nicht vom Fleck.

 Oder der Fall eines Beamten, der unglücklich im Berufsleben war und fürchtete, obwohl er es doch so sehr wollte, mit dem Schwinden seines „Speckpanzers“ den Anfeindungen der Berufswelt stärker denn je ausgesetzt zu sein.

Eine andere Frau Ende 20 berichtete, sie wolle dringend abnehmen, weil sie Angst hatte, ansonsten nie einen Partner zu finden und dann im Alter alleine wäre.

Angst lässt in Dir einen inneren Horrorfilm mit sehr eindringlichen Zukunftsszenarien entstehen. Diese sind so "überzeugend", dass Du ihnen glaubst.
Angst ist ein schlechter Motivator. Foto: pixabay.com

Der Beamte und die Endzwanzigerin sahen vor ihrem inneren Auge plastische Bilder von Schutzlosigkeit und Einsamkeit, die die Ängste noch mehr aufbauschten.

 Letztendlich gab es für alle drei dargestellten Fälle jeweils eine individuelle Lösung.

Nach Jahren von vergeblichen Diätversuchen und des Sichimkreisdrehens war der Schlüssel zum Abschiednehmen vom Übergewicht letztendlich ein anderer als zuvor vermutet.

Interessanterweise war dieser nie verborgen oder versteckt, aber keiner der drei konnte sich vorstellen, dass Ängste den Erfolg torpedierten.

Ich möchte dazu noch kurz anmerken, dass Ängste auch bei komplett anderen Zielen sabotieren können. Viele Menschen sind jedoch der Ansicht, dass Ängste eben zum Leben dazugehören und man sie hinnehmen müsse.

Die gute  Botschaft: dem ist nicht so.

Angst verhindert, dass wir uns selbst nahe kommen.

Sie verhindert, dass wir uns selbst mit einem gewissen 
Realitätsempfinden und Wohlwollen betrachten und
die angsterzeugenden Bilder für bare Münze nehmen.
Wir kontrollieren uns dann mehr und fokussieren 
uns auf die Angst.
Durch diesen Tunnelblick verzerrt sich unser Bild über 
uns und das Leben und wir lassen andere, womöglich
wohltuende Dinge nicht mehr zu.
Die Schnur zieht sich letztendlich so zusammen, 
dass wir keinen Ausweg mehr sehen, sondern Not und Pein.




Plastisch umgesetzt bedeutete dies im Fall der ersten Frau, dass diese ständig ihren Puls und Blutdruck maß, häufig beim Arzt saß, diesen dann mit seiner Ermahnung, „doch endlich Gewicht zu verlieren“, die Praxis verließ, sich erneut kasteite und dabei akribisch beobachtete, ob die messbaren Werte nicht doch endlich merklich sanken.

Schwankten diese oder stiegen sie an, fühlte sie sich innerlich so gestresst, dass sie Heißhungerattacken anheim fiel.

An stressreichen Tagen naschte der Beamte mehr denn je.

Seine Traurigkeit über die eigene Berufssituation und über seine eigene Schwachheit stiegen an und er tröstete seine Seele mit noch mehr , Ihr ahnt es schon, Schleckereien.

Die Endzwanzigerin datete ein paar potentielle Partner, die übrigens zumeist auch keinerlei Probleme mit deren Figur hatten.

Doch die Angst vor Einsamkeit ließ die Frau zu schnell mit konkreten Heiratsabsichten vorpreschen, was dann die eventuellen Ehepartner abschreckte, so dass diese von ihr Abstand nahmen.

Ihre Erklärung war: „Weil ich zu viel Gewicht habe, mag mich keiner, bleibe ich alleine und einsam im Alter.“

Zu essen war dann jedes Mal einscheinbarer Trost.

Wenn Angst und Stress hierbei die Wurzel darstellen, dann sind sie auch die Lösung.

Mit diesem dritten Punkt möchte ich ermutigen, um endlich aus dem Kreislauf von Emotionen und Essen einen Ausweg zu finden, sich bewusst auf die Suche nach möglichen Ängsten und Stressoren zu machen und diese lösungsorientiert anzugehen.

Dies über das Erkennen zwar vorhandener und bisher übersehener Bedürfnisse einzuleiten, kann eine Starthilfe sein.

Falls Du Dir Deiner Bedürfnisse nicht sicher bist, dann bietet es sich an, erst mal zu Selbsthilfeliteratur zu greifen.

Kleine Literaturanregung: Fritsch, Gerlinde: Der Gefühls- und Bedürfnisnavigator: Gefühle & Bedürfnisse wahrnehmen. Eine Orientierungshilfe f. Psychosomatik- & Psychotherapiepatienten

Ich finde, das Buch eignet sich auch für Menschen, die keine Therapie wahrnehmen oder benötigen.

Nun kannst Du auf Deine persönliche Expedition gehen – auf die spannende Entdeckungsreise zu Dir selbst.


Grob gesagt kann dies so aussehen:

Bedürfnisse
Du identifizierst Deine Bedürfnisse. Vielleicht hilfs der oben genannten Literatur.

Notiere sie Dir in einem extra Notizheft.

Dann legst Du es erst mal zur Seite und lässt die Sache ein wenig sacken.

In einem ruhigen und störungsfreien Moment denkst Du über für Dich machbare neue wohltuende Strategien und Verhaltensweisen nach und wie Du sie genau umsetzt.

Denn, auch wenn es Dir erst mal anstrengend erscheint (ja, das Gehirn erfährt dadurch starke Veränderungen. Es stellt sozusagen die Weichen neu.), durch die Erfahrung der „Anstregung“ bekommst Du recht deutlich mit, dass sich in Dir etwas tut.


Bereits in meinem Blogbeitrag „Wie Du Hindernisse überwinden kannst„, zitierte ich Albert Einstein und lege Dir ans Herz, seine Erkenntnis im HInterkopf zu halten:



Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.

Die gleichen  alten Strategien anzuwenden, führt Dich im Kreis herum.

Um in Deine neuen Strategien hineinzuwachsen, benötigt es etwas Zeit. Noch ein kleines plastisches Beispiel dazu:

auf dem Weg zu meiner Praxis gab es plötzlich eine 
Baustelle, die umfahren werden musste.

Auch wenn mir dies informativ klar war, bin ich doch
noch dreimal den altgewohnten Weg gefahren,
um dann festzustellen, dass ich eine neue Route wählen
musste.
Danach aber lief die neue Route.

Die lief dann so gut, dass ich auch nach Fertigstellung
der Baustelle auf dieser blieb.

Fazit: es ist möglich, dass Du anfänglich in alte Gefilde zurückkehrst. Aber sobald Du dranbleibst, prägt sich der neue Weg schließlich auch ein.

Lebe leicht und lebendig!

Deine Claudia

Ach ja, …

ich bin neugierig auf Deine Kommentare. Wie gelang Dir die Umsetzung? Was für Erkenntnisse gab es?

Um weiter in die Tiefe zu gehen und Möglichkeiten zu finden, um Dich besser in Dir und Deinem Körper zu fühlen, lade ich Dich ein, mit mir auf ganzheitlicher Ebene zusammenzuarbeiten.

Auf der Homepage meiner Praxis bekommst Du einen Überblick.

Du willst mehr von mir und meiner Arbeit mitbekommen?

Dann abonniere gerne meinen Newsletter!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.