Wie Du Hindernisse überwinden kannst

Du kennst das bestimmt:

Du hast was vor, willst ein Ziel erreichen, ein bestimmtes Ergebnis erzielen und plötzlich stellt sich etwas in den Weg. Die Zielgerade scheint versperrt.

Zuvor lief es doch gut. Was ist nun los?

Du strengst Dich doch so an, bist engagiert, hältst Dich an gewisse Dinge und hoppla – steht was im Weg.

Was kannst Du nun tun?

 

 

 

 

Viele sagen sich erst mal: „Einfach weitermachen wie zuvor und durch!“

Andere resignieren sofort und sagen sich, dass es doch nichts nützen würde und dass das Hindernis schier unüberwindlich sei.

Manche werden wütend und hadern mit sich und dem Schicksal. Der eine zieht sich zurück, der nächste schimpft laut.

Das können wir Menschen in so vielen Situationen erfahren: ob beim Sport, im Berufsleben, bei privaten Zielen wie dem Abnehmen oder der Partnersuche oder auch beim Abbau von Krankheiten und Belastungen.

Ein Hindernis kann im Rahmen einer Entwicklung recht früh oder auch erst nach einer Weile auftauchen.

 

 

Frau Z. Ist ein sogenannter „sweets addict“. Süßkram jedweder Art zieht sie magisch an. Ihr Wohlbefinden leidet darunter und daher hat sie sich Hilfe geholt, um aus diesem Teufelskreis auszutreten. Von Anfang an läuft es gut und sie ist sehr motiviert. Doch plötzlich ergeben sich Situationen mit Süßigkeiten, die schwer für sie zu bewältigen sind und sie mutlos machen.

Sie beginnt, ihr frisch gewonnenes Selbstvertrauen ein wenig zu verlieren, ihre Stimmung wird schlechter und sie sieht all ihre gewonnenen Fähigkeiten als bereits verloren. Sie hatte ja auch schon so viele Misserfolge in der Vergangenheit erlebt.

 

 

Herr H. möchte wieder sportlich sein. Er beginnt zu joggen und läuft schon bald beim ersten Volkslauf mit. Das nächste Ziel ist ein Halbmarathon, aber Herr H. Bleibt an der 10-km-Marke hängen. Vor 10 Jahren fiel es ihm leichter, seine Ausdauer zu steigern. Es wurmt ihn, dass sein Körper so hinterherhinkt. Die Zeit bis zum Wettkampftermin zerrinnt zusehends. Aus dem bisher entspannenden Hobby wird zusehends Stress.

Herr H. Entwirft Trainingspläne, durchforstet Foren, schraubt ein wenig an der Ernährung und kommt nur zäh voran.

Er findet, dass sich der ganze Aufwand nicht rentieren würde und läuft weniger häufig und eifrig.

 

Auch in anderen Lebenssituationen kann es so sein, dass es erst gut läuft und auf einmal etwas im Weg liegt.

 

Was für Möglichkeiten gibt es, sich von Hindernissen nicht so beeindrucken zu lassen?

 

Der italienische Mathematiker Vilfredo Pareto erkannte eine Regelmäßigkeit, die nach ihm Pareto-Prinzip genannt wird.

 

Um innerhalb einer bestimmten Zeit eine bestimmte Leistung zu bringen oder zu erreichen,

benötigt man für die Erbringung von bereits 80 % der Leistung nur 20% der Zeit.

Übersetzt heißt das: um das Gros zu erreichen, benötigt man recht wenig Zeit.

Übrig bleiben dann noch die hartnäckigen schwerer zu erreichenden 20 % der Leistung. Aber für diese stehen uns nun ja noch 80% der Zeit zur Verfügung.

Die gute Botschaft ist also: das meiste schaffen wir rasch.

 

Die weitere gute Botschaft ist: auch wenn noch ein gewisser Rest vor Erreichen des Ziels zu tun ist, haben wir die noch übrige große Menge an Zeit zur Verfügung.

Dieses Wissen kann eine gewisse Akzeptanz schaffen: es gibt eben in einem Veränderungsprozess immer schnelle Verläufe, aber auch langsame Phasen gehören dazu.

Diese haben eben ihr eigenes Tempo und ihre Dynamik.

 

An ihnen herumzureißen oder sie anzutreiben, bringt eher wenig und stresst und frustiert einen dazu noch.

 

Albert Einstein wird folgende Aussage zugeschrieben: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

Das könnte natürlich schon mal erklären, warum manche Veränderungsprozesse irgendwann ins Stocken kommen.

 

Trainiert Herr H. stets auf gleiche Art, findet keine Leistungssteigerung statt, sondern eher „Abstumpfung“.

 

Von Konfuzius soll dies Zitat stammen: „Wenn du es eilig hast, geh langsam.“

 

Ich interpretiere beide Zitate als: „Veränder etwas und schau zuvor genau hin.“

 

Braucht Frau Z. Zusätzliche Strategien ? Was genau ist mittlerweile anders, was genau scheint sie in ihre alten Gewohnheiten zurückzutreiben? Die bisherigen Werkzeuge gaben ihr eine scheinbare Sicherheit. Manche Werkzeuge können sich abnutzen und dann braucht es neue oder verbesserte.

 

Leben und Entwicklung laufen häufig nach dem T-O-T-E-Prinzip ab (mehr dazu bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/TOTE-Modell ).

Kurz gesagt: These aufstellen, agieren oder operieren, testen. Exit , also so lassen, wenn sich die These bewährt hat und falls nicht, weiter operieren und wieder nachtesten. Zum Nachtesten müssen die Bedingungen immer wieder neu justiert werden.

 

Das ist bei vielen Dingen so. Wir Menschen tun dies oft intuitiv. Ohne genanntes Prinzip wäre so viele menschheitsbewegende Veränderungen gar nicht möglich gewesen. Die Erfindung des Rads lief höchstwahrscheinlich auch nach diesem Prinzip.

Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung, meinte schon Heraklit.

Es bleibt nicht, wie es ist.

 

Ein Hindernis ist wie ein großer Uhrzeiger. Es sagt, dass es nun an der Zeit für anderes ist.

Manchmal spricht es recht subtil und schüchtern mit uns, manchmal kommt es mit dem sprichwörtlichen Holzhammer.

 

Gewohnheiten verschaffen uns ein Wohlgefühl. Wir sind Herrscher über die Situation, wir haben alles im Blick, alles ist ruhig.

Unser Gehirn braucht jedoch immer wieder mal neue Reize.

 

Kleines Beispiel dafür: vielleicht bist Du es gewohnt, regelmäßig zu kochen. Doch Du kochst auch immer wieder mal was Anderes, probierst ein Rezept aus. Hinterher weißt Du, ob Du die Veränderung ins Repertoire aufnehmen möchtest, sie modifizieren möchtest oder verwirfst.

Abwechslung belebt. Und wenn Du dann mal wieder eines Deiner altbewährten Rezepte kochst, ist es plötzlich, als wäre es neu.

 

Hindernisse stellen den Zeiger auf Experimentierzeit.

Und Du brauchst dafür noch nicht mal den Wecker stellen. Echt ein Service!

Weshalb sperren wir Menschen uns so oft gegen Veränderungen, wenn diese an sich doch nützlich für uns sind?

Gedanken, Überzeugungen und Ängste scheinen gute Argumente zu liefern. Bevor wir uns auf das Neue oder andere einlassen, benötigen wir Sicherheit und Vertrauen.

Diese zu finden, bedeutet, sich Zeit zum Umgewöhnen zu nehmen.

 

Dieses „Sich-Sperren“ ist wie ein Sicherheitsgurt, wie eine zusätzliche Bremse. Es kann ein Zeichen sein, dass es sinnvoll ist, die Veränderungsgeschwindigkeit um 1, 2 Gänge zurückzunehmen.

Die Zeit ist unser Freund bei Veränderungen und Zielprozessen. Es kommt einfach darauf an, wie wir die Zeit bewerten.

 

Gestehen wir den Entwicklungen und Veränderungen von Anfang an Zeit zu, schaffen wir eine Win-Win-Situation.

Wir bauen Ängste und Befürchtungen in unserem individuellen Tempo ab, überzeugen uns, dass wir es hinkriegen können und gewinnen Sicherheit und die Veränderung geht Schritt mit uns uns und passt zu uns wie ein Maßschnitt.

 

Manchmal gelingt es, einen Veränderungsprozess anzutreiben, manchmal auch nicht.

Dann zu rigide zu sich zu sein (im Beispiel von Herrn H. Wären das noch härtere Trainingseinheiten und bei Frau Z. Eine obskure Ernährungsumstellung), ist wie mit der Brechstange vorzugehen: grob und ohne Gefühl, dafür aber im Kampfmodus mit sich selbst.

Übertrieben könnte solches Verhalten in krampfhaften Perfektionismus und Verlust von Selbstachtung und -vertrauen führen.

Ja, heute wimmelt es hier vor Zitaten. Daher passt auch mein „Liebling“ von Herrn Niebuhr hier ganz gut hinein:

 

 

Vielleicht hast Du schon vom sogenannten „Mindset“ gelesen. Das Wort bedeutet so viel wie innere Einstellung.

Um sich von Hindernissen nicht wieder an den Ausgangspunkt zurücktreiben zu lassen,

gibt es also einiges an innerer Einstellung, das Dir und mir bei Bedarf helfen kann.

 

Ich fasse also zusammen

  • Akzeptanz: Hindernisse können kommen (doch sie müssen nicht). Bitte nicht mit Fatalismus oder selbsterfüllender Prophezeiung verwechseln 😉

 

  • Wissen und Erfahrung nutzen (z.B. nach dem Pareto-Prinzip) : um das Gros zu erreichen, benötigt man recht wenig Zeit und danach haben wir für das, was knifflig erscheint immer noch genügend Zeit zur Lösung. Es ist normal, dass Bedingungen eventuell wieder neu justiert werden (s. T-O-T-E-PRINZIP ),das Hindernis selbst ist der Indikator dafür.

 

  • Entspannt agieren: das eigene Tempo wählen. Die Zeit ist unser Freund bei Veränderungen und Zielprozessen. An Heraklit denken 🙂 . Bedingungslos freundlich und geduldig zu sich bleiben.

 

Was wurde aus Frau Z.und Herrn H.?

Frau Z. weinte sich bei ihrer Schwester aus, die ihr half, die Situation zu analysieren. Beide kamen darauf, dass bestimmte neue Stressoren den Drang, zu Süßigkeiten zu greifen, verstärkten. Ein anderer Umgang mit den Situationen und mehr Zeit für Entspannung halfen Frau Z., sich weiterzuentwickeln.

Herr H. las im Ortsblatt von einer Laufgruppe und schloss sich dieser an. Dort erfuhr er viel Verständnis und Rückhalt und nahm 9 Monate später als geplant, aber erfolgreich gemeinsam mit seinen Lauffreunden am Halbmarathon teil.

 

Ich wünsche Dir eine gute Zeit und bis demnächst! Schreibe gerne im Kommentar, wie Du Hindernisse bewältigt hast.

 

Interessante Ergänzungen zu diesem Artikel:

Mit mehr Gelassenheit Prioritäten einhalten

5 häufige Gründe, warum gute Vorsätze scheitern und was Du dagegen tun kannst

 

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